
Das Seeparkstadion wurde erstmalig Schauplatz der E-Junioren-Rückrunde in 2026. Der 21.03.26 war offizieller Spieltag in der Platzierungsrunde Gruppe 1.
Mit den Tonstädtern kamen vornehmlich 2016er Spieler um Coach Timo Hoffmann nach Meinhard gereist. Genauer gesagt, war der 9er Kader mit 7 Spielern des Jahrgangs 2016 gespickt und um je einen Spieler des Jahrgangs 2015 und 2017 erweitert.
Vor der II hinter dem Mannschaftsnamen warnte der JSG-Coach seine Schützlinge bei der Spielansprache. Im Spielsystem 2-3-1 ließ der Übungsleiter seine Mannschaft auflaufen mit dem Wunsch den Ball immer haben zu wollen, mutig nach vorne zu spielen und Breite sowie Tiefe des Platzes zu nutzen.
Die Startformation um Jonas D, Laurenz, Jakob, Emilyo, Noah Elias und Ronja im Feld, vervollständigte Jonas N als Schlussmann. Kilian, Joss und Linus nahmen nachdem man gemeinsam auf dem Platz zur Begrüßung auflief, auf der Rotationsbank Platz, wohlwissend, dass jeder Kicker zu seinen Einsätzen kommen solle.
Großalmerode eröffnete mit dem Anstoß das Match. Wir taten gut daran an unserer Spielweise festzuhalten und Passsicherheit und Spielwitz an den Tag zu legen. Es harmonierte auf dem holprigen Rasen zwischen den Spielern und Mannschaftsteilen. In der 13. Spielminute die zündende Idee unseres Mittelfeldspielers mit der Rückennummer 13. Emilyo lief an, passte parallel zur linken Seitenauslinie auf Jonas D. Im Eins-gegen-Eins setzte sich der beidfüßige Spieler mit einem Beinschuss vom Gegner ab und nahm Kurs auf das Joscha Tor. Mit der Pieke versenkte er den Ball im langen rechten Toreck zur 1:0 Führung. Unsere Gegner erprobten ihre Angriffsbemühungen. Ein Ball auf Jona – Stürmer bzw. Flügelspieler der Tonstädter – fing unser Goalie ab. Es folgte eine der geforderten „schnellen Entscheidungen“ indem er den Ball per weitem Abschlag auf den durchsprintenden Laurenz jagte. Aus spitzem Winkel verwandelte er im Vollsprint zum 2:0 in der 15. Spielminute. Die beste Möglichkeit zum Anschlusstreffer hatte Jona. Aus seiner Sicht traf er leider nur den Pfosten, sodass es beim unveränderten 2-Tore-Vorsprung für unsere JSG blieb. Glück gehabt! Der Dreifachwechsel wurde vollzogen. Joss kam für Ronja, Kilian für Jonas D und Linus für Noah Elias – alle Wechsel positionsbezogen.
Unser Ersatzkapitän Emilyo versuchte durch Lesen des Gegners seine Mitspieler zu lenken. Auf die Eröffnungsszenen der Gäste agierte er mit seinem Team gut: Ob lange Bälle vom Goalie geschlagen wurden oder das Kurzpassspiel über die Abwehr angewandt wurde, Emilyo lenkte mit Laurenz und Joss die Abwehrreihe, um spätestens die „2. Bälle“ zu erobern und für unser Spiel zu gewinnen.
Mit dem 2:0 ging es in die Halbzeitpause. Den bisherigen Spielstil konnten wir weiter nutzen, denn wir hatten dem Spiel weitestgehend unseren Stempel aufgedrückt. Die JSG-Trainer-Worte: „Übt weiter dem Spiel euren Rhythmus zu geben. Nutzt die verschiedenen Situationen, um gemeinsam den Gegner in deren Hälfte anzulaufen oder zieht euch ein wenig zurück, um die ersten Pässe zu erlauben und dann zuzustellen! Ihr entscheidet. Bleibt spielfreudig. Wir dürfen nur nicht meinen, dass wir das Spiel schon gewonnen haben!“
Nach Wiederanpfiff verstrichen nur wenige Sekunden als wir auf 3:0 erhöhten. Eine Ecke war vorausgegangen. Emilyo trat den Eckball von rechts scharf in den Strafraum wo Laurenz seine Sprungkraft nutzte und zum Doppeltorschützen einnickte.
Wir hatten bis dato nahezu alles im Griff. Eine ordentliche Herangehensweise und eben auch drei Tore, die uns weiter Sicherheit geben sollten. Den Anschlusstreffer zum 3:1 ermöglichten wir dem FC indem wir einen gegnerischen Befreiungsschlag in unserer Spielfeldhälfte erliefen. Es folgte eine semi-gute Entscheidung durch unseren Verteidiger, der sich in den Gegner drehte – für die nächste Einleitung des Offensivfußballs. Luke eroberte den Ball und sah sich mit seinem Mitspieler Jonas auf weiter Flur alleine auf das JSG-Tor zu laufen. Der Blick erhob sich vom Ball und zack legte Luke für Jonas vor dem Tor quer, sodass die Nummer 9 der Großalmeröder netzen konnte (36. Minute).
Timo Hoffmann und sein Team bekamen nun mehr Zugriff im Mittelfeld. Man merkte, dass der Anschlusstreffer seinen Jungs guttat. Plötzlich waren Luke, Jonas, Till und Jona präsenter. Schnelle Ballrückeroberungen brachten sie in Fußballlaune. Folgerichtig kassierten wir unseren zweiten Gegentreffer zum 3:2 nur drei Minuten nach dem Anschlusstreffer. Jonas Hoffmann – Trainersohn des FC – markierte seinen zweiten Treffer und wurde zum Doppeltorschützen. Doch was war mit unseren JSG-Kickern? Wir hatten keinen Zugriff mehr im Mittelfeld. In der Verteidigung waren wir „luftig“ unterwegs und machten so unseren Gegner stark. Ein Hilferuf aus der zentralen Verteidigungsposition hallte durch das Seeparkstadion: „Warum lasst ihr mich hier alleine?“ lautete die Aufforderung zur Unterstützung. Wir waren stückweit von der Rolle. Wir gaben binnen 9 Spielminuten das Spiel aus der Hand. Der Ausgleich fiel durch Luke, dem Zehner im Mittelfeld, in der 42. Minute und damit nicht genug. Fünf Minuten vor dem Spielende der Tiefpunkt für die Gastgeber – für unsere JSG. Till traf zum 3:4 Endstand. Die Gäste drehten das Spiel auf den Kopf und gingen aufgrund der starken Moral und den spiel- und kampffreudigen 9 Spielminuten nicht unverdient als Gewinner hervor.
Wir waren schlecht gelaunt, enttäuscht und sicherlich auch eine erhebliche Portion gefrustet. In den ersten 35 Spielminuten war für uns das Fußballspiel und die Welt quasi noch völlig in Ordnung. An unserer Spielweise und unserem Auftreten gab es keine großartigen Mängel. Ab dem Anschlusstreffer änderte sich dies allerdings grundlegend. Hektik und Passivität prägten unsere Abschlussviertelstunde. Das Spiel war uns entglitten. Trainer und Spieler fanden keinen Zugriff mehr, sodass man von einem „negativen Selbstläufer“ sprechen könnte.
Doch auch in Niederlagen gibt es wieder einiges zu lernen, zum Beispiel, dass 35 Minuten passabler Fußball zum Sieg nicht ausreichen. „Für die Zukunft sollten wir stets versuchen auch in Spielphasen, in denen es für uns nicht so gut läuft, cool zu bleiben. Es gibt Spieltage an denen uns ein Gegentor das Genick bricht – so auch heute!“
Auch in Niederlagen: Wir.Gemeinsam.Für den Kinderfußball
